The Player
I don't go to the movies. Life's too short.
1992, Regie: Robert Altman
“The Player” ist voll mit amüsanten Cameo-Auftritten von weltbekannten Filmstars (Julia Roberts, Bruce Willis) und talentierten Schauspieler*innen, die man aus anderen Altman-Filmen kennt (Jeff Goldblum, Elliott Gould, Lily Tomlin). Doch es steckt noch so viel mehr in diesem Meisterwerk…
In Robert Altmans Satire “The Player” wird immer wieder deutlich gemacht, dass jene Leute, die darüber entscheiden, welche Hollywoodfilme letztendlich gedreht werden – sprich: Produzenten –, tagtäglich etliche Filmideen zu Ohren bekommen (darunter meistens Schnapsideen, wie eine Fortsetzung von “The Graduate”). Dementsprechend können sie kaum noch zwischen gut und schlecht unterscheiden, sie haben gewissermaßen den Sinn für’s echte Leben verloren, was vor allem durch eine Szene deutlich gemacht wird: Unser Protagonist Griffin Mill schlägt in einer Industrierunde vor, mal über was anderes als Hollywood zu reden, doch niemandem fällt etwas ein. Allerdings sind Filmproduzenten aus Altmans Sicht nicht nur unfähig, sondern vor allem auch sexistische, ständig lügende Arschlöcher, die sich an Schauspielerinnen ranmachen und Schlaganfälle für lustig halten. Gegen Ende scheint Mill seine Rolle als Bösewicht zu akzeptieren und wird zu einer Art Filmindustrie-Version von Michael Corleone.
Damit steht “The Player” für den ewigen Kampf zwischen Kunst und Kommerz, der am deutlichsten durch die Tatsache symbolisiert wird, dass ein geldfokussierter Hollywoodproduzent hier einen aufstrebenden Drehbuchautoren tötet. Die Industrie ist also der Mörder, während die Kreativen die Opfer sind. Mehrfach wird deutlich gemacht, dass die Filmproduzenten eigentlich nur auf Happy Endings, bekannte Movie-Stars und scharfe Sexszenen aus sind. Auch die Witwe des ermordeten Drehbuchautoren, June Gudmundsdottir, steht für eine pure Form von Kunst – bis auch sie von Griffin Mill korrumpiert wird. Und diesen Prozess stellt der Regisseur Robert Altman natürlich wie dar? Genau, durch eine überragend gedrehte Sexszene. Vielschichtig ist “The Player” also allemal.



